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ARGE Energieberatung & Umweltbildung

Klassische Energieberatung Häufige Fragen

Ist ein Anbieterwechsel sinnvoll?

Gegen welches System kann ich meine Gas- oder Ölheizung tauschen?

Was ist von Infrarotheizungen zu halten?

Welche Förderungen für Investitionen gibt es?

Dies sind die „Top 4" der allgemeinen Fragen, die wir gestellt bekommen. Unsere Positionen hierzu sind diese:

Ist ein Anbieterwechsel sinnvoll?

Es gibt inzwischen eine Vielzahl von Anbietern für Strom und Gas. Über Sinn und Unsinn eines Wechsels sind zahlreiche Gerüchte im Umlauf („Nachher bezahlt man doch überall dasselbe“ etc.) und einige Anbieter werben auf der Straße oder an der Wohnungstür mit fragwürdigen Methoden für ihre Dienstleistungen. Wem kann man trauen? Und: Lohnt sich ein Wechsel überhaupt?

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    Fakt ist: Wer seinen Anbieter für Strom oder Gas wechselt kann in der Tat Geld sparen. Im Zuge der Preiserhöhungen 2022 haben zwar die Tarife allgemein angezogen aber es gibt immer noch recht große Unterschiede. Gute Gründe für einen Wechsel bleiben:

    1.     Sie wünschen sich einen Anbieter von zertifiziertem Ökostrom

    2.     Sie haben einen hohen Verbrauch und entsprechend hohe Kosten für Strom und/oder Gas

    Aber, die Landesenergieversorger (z.B. Wien Energie oder EVN) haben in der Regel einen sehr guten Service und sind unserer Erfahrung nach besonders kulant und hilfsbereit wenn Zahlungsschwierigkeiten auftreten. Einige (nicht alle) der anderen Anbieter reagieren schneller mit Inkassodiensten und Abschaltungen.

    Niemals, sollten Sie sich auf der Straße oder an der Wohnungstür auf ein Verkaufsgespräch mit einem Energieanbieter einlassen! Vielleicht werden Ihnen Lose oder verlockende Gratismonate angeboten oder es werden Zahlen in den Raum gestellt, wieviel Geld Sie angeblich sparen können. Es wird dabei aber oft vieles nicht gesagt, das im Kleingedruckten lauert. Uns sind zahlreiche Fälle bekannt, in denen KundInnen später Probleme mit diesen Unternehmen bekommen haben.

    Wie kann man sich dann aber orientieren?

    Für alle die in erster Linie einen ökologisch vertretbaren Stromanbieter suchen, raten wir sehr, sich nach den Empfehlungen des Global 2000 Stromanbieter-Checks zu richten.

    Es gibt außerdem diverse Online-Portale, die für Sie die Preise vergleichen. Das größte und bekannteste ist der Tarifkalkulator der E-Control. Empfehlenswert finden wir auch das Portal Compera; hier werden zwar nicht alle Anbieter am Markt angezeigt, die Auswahl hat jedoch zahlreiche ökologisch orientierte und dennoch günstige Anbieter im Programm und die Bedienung ist einfach und übersichtlich.

    Gleichgültig welches Vergleichsportal Sie nutzen, schauen Sie immer in die Details des Vertrags bevor Sie ihn abschließen. Schon bei den Vergleichsportalen finden Sie Links zu den Vertragsbedingungen.

Gegen welches System kann ich meine Gas- oder Ölheizung tauschen?

Mit fossilen Brennstoffen betriebene Heizungen sind Auslaufmodelle aber was sind die Alternativen und was lässt sich bei mir in der Wohnung oder in meinem Haus überhaupt realisieren? Diese Fragen stellen sich im Moment sehr viele Menschen und eine Vor-Ort-Energieberatung ist zur Klärung oft unabdingbar. Trotzdem haben wir hier eine Checkliste zur ersten Orientierung zusammen gestellt.

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    Fernwärme. Ist ein Anschluss ans Fernwärmenetz möglich? Wenn es sein könnte, dass es in Ihrem Gebäude oder an Ihrem Grundstück bereits einen Fernwärmeanschluss gibt, erwägen Sie, diesen zu nutzen. Ob ein solcher existiert, können Sie bei Ihrem Landesenergieversorger (z.B. Wien Energie) erfragen.

    Biomasse. Haben Sie die Möglichkeit, Pellets oder Hackschnitzel zu lagern – zum Beispiel in einem Kellerraum oder besitzen Sie einen Außenbereich in Hauswandnähe für einen externen Tank? Wenn nein, scheidet eine Biomasseheizung aus.

    Wärmepumpe. Sind folgende Voraussetzungen erfüllt?

    a) Ihre Immobilie ist gut gedämmt (Richtwert Energiebedarf: 100 kWh/m2/a oder weniger; siehe Energieausweis).

    b) Eine Niedertemperaturheizung (Fußbodenheizung oder Wandheizung) ist vorhanden oder kann installiert werden.

    c) Spezifische Erfordernisse:

    Luftwärmepumpe: Sie haben einen Bereich im Garten oder auf einer Terrasse , wo sich der Außenteil der Wärmepumpe (Platzbedarf ca. ein Kubikmeter) aufstellen lässt; idealerweise kann darunter Wasser versickern.

    Wärmepumpe mit Flächenkollektor: Sie benötigen einen ebenen Garten, der gut doppelt so groß ist wie die zu beheizende Wohnfläche.

    Wärmepumpe mit Tiefenbohrung: Auch in kleineren Gärten möglich aber von diversen Genehmigungen und geologischen Bedingungen abhängig.

    Grundwasserwärmepumpe: Es muss die Möglichkeit bestehen, zwei Brunnen zu errichten und ist ebenfalls von diversen Genehmigungen abhängig.

    Hybrid-Heizung mit Holzofen (Gasheizung bleibt aber ein Holzofen – eventuell mit angeschlossenen Heizkörpern – verringert ihre Laufzeiten). Gibt es einen Rauchfang, der zu diesem Zweck genutzt werden darf? Rauchfangkehrerbefund erforderlich.

    Welche Art der Heizung in Ihrem Fall tatsächlich in Frage kommt, bzw. ob ein Ausstieg aus der Gasheizung aktuell überhaupt sinnvoll erscheint, hängt von diversen weiteren Faktoren ab und ist am Besten bei einer Vor-Ort-Energieberatung zu klären.

Was ist von Infrarotheizungen zu halten?

So genannte Infrarotheizungen sind derzeit stark im Gespräch. Fachgeschäfte, Discounter, Baumärkte und Online-Händler bewerben diese Geräte massiv. Was ist dran an der Behauptung, sie seien eine besonders praktische und preisgünstige Alternative zu anderen Heizsystemen?

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    Was ist eine Infrarotheizung?

    Eine Infrarotheizung ist eine flache Platte (Paneel; gelegentlich verspiegelt oder mit Bildern bedruckt), die meistens einfach an die Wand gehangen und an die Steckdose angeschlossen wird. Die Paneele können allerdings auch an der Decke montiert oder auf Füßen frei in den Raum gestellt werden. Eine Infrarotheizung ist eine Strom-Direktheizung. Einfach gesagt: Es handelt sich um eine Platte, die mit Strom erwärmt wird.

    Was unterscheidet Infrarotheizungen von anderen (Strom-)heizungen?

    Jeder warme Gegenstand strahlt Wärme (Infrarotstrahlung) ab. Gewöhnliche Radiatoren tun dies ebenfalls, allerdings sind sie so gebaut, dass der weitaus größte Teil der Energie in die Erwärmung der Raumluft fließt (Konvektionsheizung). Wenn Infrarotstrahlen direkt auf unseren Körper treffen, fühlt sich dies schnell wohlig warm an. Wenn es vor allem die Luft ist, die uns wärmt, brauchen wir ein paar Grad mehr Raumtemperatur für ein Behaglichkeitsempfinden. Der Effekt ist bekannt von der Sonnenstrahlung. An einem Wintertag, selbst bei Schnee, lässt es sich in der direkten Sonne oft gut aushalten, tritt man aber in den Schatten (wo die gleiche Lufttemperatur herrscht), fühlt es sich kühl an.
    Infrarotpaneele sind gebaut, um sich bequem dort aufhängen zu lassen, von wo aus uns ihre Wärmestrahlung direkt „treffen“ kann. Außerdem sind ihre Oberflächen dahingehend optimiert, besonders viel dieser Strahlung abzugeben. Gewöhnliche Heizkörper werden in der Regel weniger heiß, sind auf Konvektion optimiert und oft so positioniert, dass ihre Strahlung uns in den meisten Situation des Alltags kaum direkt trifft.

    Vorteile von Infrarotheizungen

    Aus dem vorher Gesagten ergeben sich unmittelbar einige der Vorteile von Infrarotpaneelen:

    • Tendenziell reichen geringere Raumtemperaturen um ein Behaglichkeitsempfinden zu erzeugen. Dies macht ihren Einsatz insbesondere im Vergleich mit anderen Stromheizungen relativ energiesparend.
    • Die Anschaffung ist oft preisgünstig, die Montage einfach und es fallen keine Wartungskosten an.
    • Infrarotheizungen sind in vielen verschiedenen Leistungen zu haben – von 200 Watt (oder sogar noch kleiner) bis zu mehren Kilowatt. So lässt sich für jeden Raum recht einfach eine passende Anlage finden und bei Bedarf ergänzen.
    • Die Wärme ist deutlich schneller fühlbar als bei einer Konvektionsheizung – ideal für selten benutzte Räume.
    • Keine Brennstoffbevorratung.
    • Keine Frostschutzproblematik.
    • Geringe Staubaufwirbelungen (gut für AllergikerInnen).  

    Nachteile von Infrarotheizungen

    Die Nachteile sind zwar in der Summe weniger aber gravierend.

    • Strom ist die teuerste Energieform im Haushalt. Eine Kilowattstunde Strom kostet in Österreich etwa 23 Cent; bei Gas sind es ca. 8 Cent, bei Öl ca. 9 Cent und bei Pellets ca. 6 Cent (Stand Dezember 2021). Selbst wenn berücksichtigt wird, dass bei Infrarotheizungen etwas geringere Raumtemperaturen erforderlich sind und der lokale Wirkungsgrad anderer Heizsysteme etwas niedriger ist, machen die laufenden Kosten die geringen Anschaffungskosten in den meisten Fällen nach einigen Jahren wett.
    • Es kommt immer wieder zu „toten Winkeln“ bei der Wärmeabstrahlung. Damit in einem Raum überall die gleiche Behaglichkeit herrscht, müssen unter Umständen mehr Paneele aufgehangen werden als gewünscht.
    • Infrarotpaneele können Oberflächentemperaturen von bis zu über 100°C haben und sind daher potentiell gefährlich für Kinder.

    Ökologische Betrachtung

    Hier zeigt sich ein sehr ambivalentes Bild. Durch den relativ geringen Materialverbrauch sind Umweltbelastung und Energieverbrauch bei der Herstellung von Infrarotheizungen vermutlich deutlich geringer als bei anderen Heizungssystemen (Erhebungen hierzu sind uns allerdings nicht bekannt).

    Wer einen Energieanbieter mit zertifiziertem Ökostrom wählt, kann seine Infrarotheizung in Österreich theoretisch sehr viel emissionsärmer betreiben als andere Heizsysteme. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass im Winter in Österreich nicht ausreichend Ökostrom zur Verfügung steht, da die Flüsse weniger Wasser führen und Solaranlagen deutlich geringere Erträge liefern als im Sommer. Prädikate wie „100% Ökostrom“ sind daher nur über den internationalen Emissionshandel realisierbar. Wer einen Blick auf die Lastflüsse des elektrischen Stroms in Österreich – das heißt auf das Verhältnis von Import zu Export – wirft, wird fast an jedem Wintertag bemerken, dass mehr Strom ein- als ausgeführt wird. Dies lässt sich auf der Seite der Austrian Power Grid AG verfolgen: https://www.apg.at/de/markt/Markttransparenz/Uebertragung/Lastfluesse

    Effektiv bedeutet dies, dass ein Mehrverbrauch von Strom in Österreich zu einer vermehrten Nachfrage von Strom aus Deutschland und Tschechien führt, also Ländern mit einem nach wie vor hohen Anteil von Kohlestrom. Dem werden Ökostromanbieter wie gesagt entgegen halten, dass ihr Strom über den europäischen Emissionshandel und CO2 -Zertifikate neutralisiert ist. Ohne an dieser Stelle in eine Diskussion über den Zertifikatehandel einzusteigen ist festzuhalten, dass der Betrieb von Elektroheizungen in ökologischer Hinsicht zumindest kontroversiell ist. Außerdem ist damit zu rechnen, dass im Zuge des Ausbaus der Elektromobilität und anderer Veränderungen in der Wirtschaft der Strombedarf in Österreich massiv steigen wird. Ist es angesichts dessen sinnvoll, Strom zu verheizen wenn Alternativen zur Verfügung stehen? Auch hier könnte eine Diskussion angeschlossen werden; ein unwidersprochenes „ja“ ist aber sicher nicht die Antwort.

    Nochmal zum Thema Preis

    Es gibt bei Infrarotpaneelen große Qualitäts- und Preisunterschiede. Die Paneele sollten Ihre Wärme gleichmäßig nach vorne abgeben, billigere Modelle verlieren aber auch Wärme nach hinten an die Wand oder werden nicht gleichmäßig bis in die Ecken warm. Entscheidet man sich für ein Qualitätsprodukt, schrumpft der Preisvorteil gegenüber einem anderen Heizsystem unter Umständen schon recht erheblich. Wir haben das mal am Beispiel einer Gründerzeitvilla mit 267 m2 Wohnfläche und ganz ohne existierende Heizung durchgerechnet und kamen auf den Preis von 36.000 € für die Ausstattung mit sehr hochwertigen Infrarotpaneelen gegenüber 48.000 € für den Einbau einer Pelletheizung. Wären schon Radiatoren und Rohrleitungen vorhanden gewesen, wäre der Unterschied noch erheblich geringer gewesen und in den folgenden Jahren hätten die laufenden Kosten für Strom merklich an den Preisvorteilen der Infrarotlösung genagt. Natürlich hätten auch günstigere Anbieter bereit gestanden, ihre Produkte zu liefern und vielleicht wäre hier eine Alternative dabei gewesen. Was wir mit diesem Beispiel aber sagen, ist: Wenn Sie wirklich eine Infrarotheizung einbauen wollen, informieren Sie sich sehr gut über die Qualität der Produkte und die Preise für alternative Heizsysteme sowie den Unterschied bei den Verbrauchskosten.

    Fazit

    Infrarotheizungen haben heute eine Menge Fans und Ihre Anbieter sorgen durch massive Werbung für deren steigende Popularität. Wir kommen in den meisten Fällen zu dem Schluss, von Infrarotheizungen als Hauptheizung abzuraten, auch wenn sie einige nicht von der Hand zu weisende Vorteile besitzen. Ausnahmen gibt es vor allem bei hervorragend gedämmten Immobilien.

    Weil die Wärme deutlich schneller fühlbar ist als bei eine Konvektionsheizung, sind Infrarotpaneele ideal für den punktuellen Einsatz geeignet. So kann beispielsweise ein Arbeitsplatz in einem sonst unbeheizten Keller damit sehr gut beheizt werden. Auch für große Räume, die nicht permanent benutzt werden oder solche mit sehr hohen Decken, kann diese Heizungsform eine sinnvolle Lösung sein: Statt das gesamte Luftvolumen durchzuheizen, kann für den vorübergehenden Einsatz ein Infrarotpaneel speziell für einen Aufenthaltsort im Raum installiert werden.

    Wenn in Ermangelung von Alternativen nur Strom als Wärmequelle genutzt werden kann, sind Infrarotpaneele fast immer anderen Stromheizungen vorzuziehen. 

    Obwohl die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen im Winter nur mit Einschränkungen funktioniert, sollten Infrarotheizungen ausschließlich mit zertifiziertem Ökostrom betrieben werden.

    Wie auch immer Sie sich entscheiden – lassen Sie den Heizwärmebedarf Ihrer Immobilie ermitteln und besprechen Sie am konkreten Beispiel Ihre Situation mit einer Energieberaterin oder einem Energieberater. Ein Gespräch am Messestand oder im Laden eines Anbieters für Infrarotheizungen ist keine ausreichende Entscheidungsgrundlage.

Welche Förderungen für Investitionen gibt es?

Hier erhalten Sie Informationen über die wichtigsten energierelevanten Förderungen:

Förderungen des Bundes

Dämmung, Fenstertausch, etc.:
Sanierungsscheck für Private 2021/2022
Ersatz von Öl- und Gasheizungen durch alternative Heizsysteme:
„RAUS AUS ÖL UND GAS“ / SANIERUNGSOFFENSIVE 2021/2022
Sonderprogramm für Menschen mit geringem Einkommen:
Sauber Heizen für Alle 2022

Förderung von Photovoltaik-Anlagen

Förderungen des Landes Wien:

Photovoltaik

Stromspeicher

 

Errichtung und Umstellung/Nachrüstung vorhandener Heizanlagen

 

Umfassende thermisch-energetische Sanierung

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